Tschechisch-Deutsche KulturtageLogo der Tschechisch-Deutschen Kulturtage

Programm & Themen

Rund 80 Veranstaltungen in der Euroregion Elbe/Labe

Ab Ende September 2022 laden wir zur 24. Ausgabe der TDKT in der Euroregion Elbe/Labe mit rund 80 Veranstaltungen auf beiden Seiten der Grenze ein. Im Rahmen des Festivals setzen die Veranstalter weiterhin auf mehr Angebote in der Region, außerhalb der Städte Dresden und Ústí nad Labem.

»Spuren«
Den 24. TDKT wurde das Motto »Spuren« gegeben, womit die Festivalthemen der vergangenen zwei Jahrgänge »Unsere Nachbarn unter uns« und »Heimat« weiterentwickelt werden – diesmal aus einem anderen Blickwinkel. In verschiedenen Veranstaltungsformaten werden diverse Einflüsse auf die deutsche und tschechische Kultur aufgezeigt, erforscht und diskutiert. Welche Spuren wurden von wem und wie in beiden Kulturräumen hinterlassen? Wie zeigen diese Spuren sich heutzutage? Gemeint sind damit solche Spuren, die bestimmte Einflüsse, Ereignisse oder Personen hinterlassen haben, insbesondere in Kunst und Kultur, aber auch im Leben von Menschen oder sichtbar und spürbar an bestimmten Orten.

Grußworte der Hauptveranstalter & Partner

Verehrte Damen und Herren, liebe Kunstliebhaber,

der Einladung, ein Grußwort für die diesjährigen Tschechisch-Deutschen Kulturtage in Dresden zu schreiben, bin ich aus mehreren Gründen gerne gefolgt.

Ich habe mein berufliches und privates Leben zwischen unseren beiden Nachbarländern aufgeteilt und habe meine Entscheidung, den Schwerpunkt meiner Aktivitäten nach 40 Jahren in der Tschechoslowakei bzw. in der Tschechischen Republik nach Deutschland zu verlegen, nie bereut. Seit dem Jahr 2000 bin ich hauptsächlich in Sachsen tätig – mit einer Unterbrechung von 2014 bis 2019 in Prag an der Nationalgalerie. Seit September letzten Jahres bin ich nun bei den Staatlichen Kunstsammlungen für die internationalen Beziehungen und das Programm zuständig. Und wie schon zuvor in Leipzig bin ich auch in Dresden auf eine ungewöhnliche Hilfsbereitschaft, Offenheit und Professionalität meiner neuen Kolleginnen und Kollegen gestoßen.

Als Staatliche Kunstsammlungen Dresden haben wir uns seit einiger Zeit Gedanken über die besondere Geschichte und die geopolitische Lage Sachsens und insbesondere Dresdens gemacht vor dem Hintergrund, dass sich die Elbe-Metropole in besonderem Maße als Drehscheibe zwischen Ost und West eignet, als Ort mit hoher Kompetenz und Sensibilität für unsere östlichen Nachbarn und deren vielfältige Kultur, als Bühne für Begegnung und Diskussion. Einfach ausgedrückt: Dresden sollte den Ehrgeiz haben, das »Tor zum Osten« zu werden – und zugleich für den Osten.

Mit diesem neuen Akzent in der Programmgestaltung haben wir freilich kein unvorbereitetes Terrain betreten – im Gegenteil. Seit 1997 ist z. B. die private Brücke|Most-Stiftung in Dresden tätig und hat sich vor allem in den Bereichen Bildung, Nachwuchsförderung und deutsch-tschechischer Kulturaustausch öffentliche Anerkennung erworben. Es war diese Stiftung, die 1999 die erste Ausgabe der Tschechisch-Deutschen Kulturtage ausrichtete, welche seit 2018 auf deutscher Seite von der Euroregion Elbe/Labe und ihren Partnern weitergeführt werden. So ist es auch kein Zufall, dass die diesjährige Eröffnung der Tschechisch-Deutschen Kulturtage in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Gebäude des Albertinums stattfindet. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden stellen der einheimischen wie auch der internationalen Öffentlichkeit in der zweiten Hälfte dieses Jahres ein neues Programmformat, die so genannte Tschechische Saison, vor. Ziel dieses vielseitigen, auf den grenzüberschreitenden Dialog im Bereich Kunst und Kultur ausgerichteten Kunstfestivals, das unter dem Motto des berühmten Filmemachers und Surrealisten Jan Švankmajer »Alle Macht der Phantasie« steht, ist es, den interessantesten Positionen der tschechischen Bild-, Wort- und Performancekunst Raum zu geben. Neben einer Reihe von Nachwuchskünstlern treffen wir auch führende Persönlichkeiten der zeitgenössischen tschechischen Kunstszene in Dresden.

Ich bin davon überzeugt, dass die Tschechisch-Deutschen Kulturtage sowie die Tschechische Saison zur Begleichung einer langjährigen kulturellen Schuld zwischen zwei Nachbarländern beitragen werden, die zwar eine gemeinsame Grenze haben, aber bis vor kurzem nicht viel voneinander wussten, zumindest nicht während der Zeit der DDR und der sozialistischen Tschechoslowakei. Es ist nämlich bemerkenswert, dass es damals praktisch keinen kulturellen oder künstlerischen Austausch gab, weder auf institutioneller noch auf individueller Ebene. Das Einzige, was den Tschechen von der DDR in Erinnerung geblieben ist, sind die von den Gewerkschaften organisierten Einkaufsfahrten und die unangenehmen Kontrollen durch ostdeutsche und tschechoslowakische Grenzbeamte.

Ich bin mir absolut sicher, dass wir nur gemeinsam die gängigen kulturellen Stereotypen überwinden können und dass wir nur durch eine freigeistige Kulturdiplomatie ohne Klischees und Einschränkungen in der Lage sein werden, die Idee eines gemeinsamen Europas aktiv voranzutreiben, was in der aktuellen Krisensituation im Osten des Kontinents notwendig ist, mehr denn je.

Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern zahlreiche inspirierende Erlebnisse mit deutschen und tschechischen Künstlerinnen und Künstlern!

Jiří Fajt - Head of Programme & International Affairs der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Liebe Freund*innen der Kultur und der grenzüberschreitenden Begegnungen,

die Tschechisch-Deutschen Kulturtage, im Jahre 1999 von der Brücke I Most- Stiftung ins Leben gerufen und seit 2018 von der Euroregion Elbe/Labe organisiert, zielen darauf ab, tschechische und deutsche Kultur im jeweiligen Nachbarland erlebbar zu machen. Damit sollen das Verständnis füreinander erhöht und das Zusammenleben in der gemeinsamen Grenzregion verbessert werden. Wir wollen zum friedlichen Miteinander in Europa beitragen und die trennende Wirkung der sächsisch-tschechischen Grenze verringern. Auch deshalb sind wir sehr dankbar, dass das Festivalprogramm im Jahr 2021 nur mit minimalen Einschränkungen durchgeführt werden konnte – und wünschen uns dies natürlich auch für den aktuellen Jahrgang. Insbesondere freuen wir uns auf persönliche Begegnungen sowie den Austausch mit Ihnen!

Ihre Veranstalter
Euroregion Elbe/Labe, Collegium Bohemicum, Landeshauptstadt Dresden, Generalkonsulat der Tschechischen Republik in Dresden und Brücke|Most-Stiftung

Schirmherrschaft

Die Tschechisch-Deutschen Kulturtage 2022 finden unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen Michael Kretschmer und des Botschafters der Tschechischen Republik in Deutschland S. E. Tomáš Kafka statt.

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