In deutscher Sprache mit tschechischen Übertiteln
Ottla Davidová war Franz Kafkas jüngste und ihm besonders nahestehende Schwester. Sie wuchs in Prag auf und war ihrem Bruder nicht nur familiär, sondern auch geistig eng verbunden. Während Franz Kafka sein Leben zunehmend dem Schreiben widmete, ging Ottla ihren eigenen Weg, kümmerte sich um ihre Familie und bewahrte sich auch unter schwierigsten Umständen ihre Selbstständigkeit und Menschlichkeit.
Nach ihrer Deportation nach Theresienstadt kümmerte sie sich dort um Kinder. Ihr weiterer Lebensweg führte sie schließlich nach Auschwitz, wo sie 1943 ermordet wurde.
Die Inszenierung basiert auf einem Hörspiel von Petr Balajka in der Übersetzung von Werner Imhof. Aus erhaltenen Briefen, Zeitzeugenberichten und den Erinnerungen von Ottlas Tochter Věra entsteht das eindringliche Porträt einer außergewöhnlichen Frau, deren Geschichte lange im Schatten ihres berühmten Bruders stand.
Wie ein roter Faden ziehen sich poetische und schmerzhafte Zitate Franz Kafkas durch den Abend. Sie verbinden die Geschichte der Geschwister mit Ottlas eigenem Schicksal und machen die Inszenierung zu einer stillen Erinnerung an Mut, Menschlichkeit und ein Leben, das gewaltsam ausgelöscht wurde.













