Tschechisch-Deutsche KulturtageLogo der Tschechisch-Deutschen Kulturtage

Programm & Themen

74 Veranstaltungen an 31 Tagen in der Euroregion Elbe/Labe
Vom 1. bis 18. Oktober 2020 wird zur 22. Ausgabe der TDKT in der Euroregion Elbe/Labe mit 54 Veranstaltungen auf deutscher und 20 Veranstaltungen auf tschechischer Seite eingeladen. Im Rahmen des Festivals setzen die Veranstalter weiterhin auf zahlenmäßig mehr Angebote in der Region, außerhalb der Städte Dresden und Ústí nad Labem.

Aufgrund der Termin-Verschiebung gibt es 2020 einen kurzen Epilog bis Ende Oktober, die TDKT werden am 31.10. mit einem Konzert der Nordböhmischen Philharmonie Teplice in Dresden abgeschlossen.

Unsere Nachbarn unter uns
Die 22. TDKT haben sich das Motto »Unsere Nachbarn unter uns« gegeben. Wir wollen aufmerksam machen auf Minderheiten mit einem anderen kulturellen Hintergrund, die in Sachsen bzw. Tschechien leben. Unsere jüdischen Mitbürger*innen spielen auf beiden Seiten der Grenze eine große Rolle und haben historisch starke kulturelle Einflüsse ausgeübt. Auf deutscher Seite denken wir zudem an hier lebende Tschech*innen, auf tschechischer Seite werden natürlich die Deutschböhmen eine besondere Rolle spielen sowie die – insbesondere in Nordböhmen – große Minderheit der Roma. Wir wollen an verschiedenen Beispielen in unterschiedlichen Kunstformen zeigen, wie sich die Kulturen dieser Minderheiten und die der Mehrheitsgesellschaften gegenseitig beeinflussten, aber auch ihre Eigenheiten bewahrten. Wir wollen zudem die Lebensumstände dieser Minderheiten in Vergangenheit und Gegenwart aufzeigen. Gerade in Bezug auf Juden und Roma dürfte das Wissen darüber in den Mehrheitsgesellschaften wenig verbreitet sein.

Schirmherrschaft

Die Tschechisch-Deutschen Kulturtage 2020 finden unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen Michael Kretschmer, des Botschafters der Tschechischen Republik in Deutschland S. E. Tomáš Kafka, des Kulturministers der Tschechischen Republik Lubomír Zaorálek und des Präsidenten der Region Ústí Oldřich Bubeníček statt.

 

Grußworte der Hauptveranstalter & Partner

Liebe Freund*innen der Kultur und der grenzüberschreitenden Begegnungen,

in diesem Jahr wurden wir als Veranstalter dieses traditionsreichen Festivals vor eine große Herausforderung gestellt. Trotz der schwierigen Situation - verursacht durch die Corona-Pandemie - haben wir uns bemüht, die TDKT in gewohnter Vielfalt und Qualität vorzubereiten. Bis zur Druckfreigabe des Programmhefts war noch ungewiss, ob alle Veranstaltungen stattfinden können. Wir hoffen sehr, dass die aktuelle Situation im Oktober die Durchführung der TDKT zulässt und wir Ihnen das komplette Programm präsentieren können. Insbesondere freuen wir uns auf persönliche Begegnungen mit Ihnen und möchten uns bereits jetzt für Ihre Unterstützung bedanken.

Ihre Veranstalter
Euroregion Elbe/Labe, Collegium Bohemicum, Landeshauptstadt Dresden, Generalkonsulat der Tschechischen Republik in Dresden und Brücke/Most-Stiftung

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und neugierige Festivalbesucher,

eins soll man gleich sagen: das Jahr 2020 gehört zu den merkwürdigsten, die manche von uns je erlebt haben. Auch wenn man keine Pauschalurteile fällen sollte, darf ich trotzdem annehmen, dass niemand der Coronavirus-Pandemie auch nur eine Träne nachweinen mag. Dies gilt in voller Kenntnis, dass die nahezu komplette Stilllegung des öffentlichen Lebens auch interessante Blicke auf unsere bis dato selbstverständliche Existenz gewährte. Doch in einem merkwürdigen Jahr wie 2020 ist die einzige Selbstverständlichkeit, dass nichts selbstverständlich ist.

Die Pandemie ermöglichte uns allerdings auch, zwei positive Entdeckungen zu machen: erstens, dass Bürger unserer Länder zu viel mehr Solidarität bereits sind, als man generell vermutet, und zweitens, dass die Nachbarschaft auch in Zeiten der Globalisierung unglaublich wichtig ist. Man kann sogar sagen, dass insbesondere wenn es bei der Globalisierung kriselt, die gute Nachbarschaft quasi das sprichwörtliche Salz in der Suppe der internationalen Beziehungen ist!

Ich bin sehr froh, dass ich noch von meinem Büro im Tschechischen Außenministerium in Prag aus Zeuge von Akten wahrhaftiger Solidarität sowie freundschaftlicher Nähe zwischen den deutschen und tschechischen Nachbarn werden konnte. Dies war für mich unter anderem ein lebendiger Beweis, dass unsere Nachbarschaft tatsächlich gewollt, geschätzt und genossen wird.

Oft kann man auf einen alten Spruch stoßen, wonach es bekanntlich eine Zeit zum Lachen und eine Zeit zum Weinen gebe. Im Lichte dessen, was wir – jeder für sich und alle gemeinsam – unlängst durchmachten, aber auch in der Anlehnung an die Tschechisch-Deutschen Kulturtage erlaube ich mir, diesen Spruch etwas zeitgemäßer zu machen: es gibt eine Zeit zum Pandemiebekämpfen und eine Zeit zum Kulturfestivalgenießen.

Von der Pandemie war schon genug die Rede, nun wenigstens kurz zu den Tschechisch-Deutschen Kulturtagen. Diese Kulturtage werden in diesem Jahr dank dem Einsatz und der Großzügigkeit vieler Enthusiasten, enthusiastischen Organisationen und Sponsoren schon ihren 22. Jahrgang feiern. Gute Dinge loben sich meistens selbst. So möchte ich zumindest bekunden, dass ich stolz bin, dem Festival zu seiner Beständigkeit gratulieren zu können und dass ich sehr gerne seinen aktuellen Jahrgang miteröffne.

Deutsche und tschechische Nachbarn haben in diesem Jahr wiederholt bewiesen, dass sie zusammenhalten können. Ich halte es für angebracht, dass sie auch miteinander feiern und neue kulturelle Erfahrungen machen können.

Den Kulturtagen und allen, die sich wie die Euroregion Elbe/Labe, das Collegium Bohemicum, das Generalkonsulat der Tschechischen Republik in Dresden, die Landeshauptstadt Dresden und die Brücke/ Most Stiftung darum auch in diesem Jahr verdient gemacht haben, gilt mein inniger Dank!

S.E. Tomáš Kafka
Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland

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